Mittwoch, 23. Februar 2011

Wolfgang Herrndorf: tschick

Da begegnete mir mitten im Winter ein Buch, das vor hochsommerlicher Atmospäre nur so strotzt: tschick von Wolfgang Herrndorf. Die beiden jugendlichen Helden brechen zu einer abenteuerlichen und verbotenen Irrfahrt durchs unbekannte Brandenburg auf. Sie begegnen auf ihrer Reise allerlei skurrilen Gestalten, begeben sich in gefährliche Situationen und kehren - natürlich - am Ende lebensklüger und als Freunde zurück. Die leicht überzeichneten Figuren, mit denen Herrndorf sein "roadmovie" bevölkert, haben beim Lesen so viel Spaß gemacht, daß ich noch stundenlang weiter mit den Jungs durch die brandenburgische Steppe hätte fahren wollen.
Was das Buch für mich zu einem wirklich sehr großen Vergnügen gemacht hat, ist die wunderbare Leichtigkeit, mit der Wolfgang Herrndorf formuliert. Er findet für diesen fünfzehnjährigen Jungen eine Sprache, die nicht albern oder altklug, sondern einfach genau richtig ist. Ich habe es so empfunden, daß er sich mit großer Zartheit in die Gefühlswelt des Heranwachsenden begibt. Kein Leser, der sich nicht an die selbst erlebten Gefühlsaufwallungen der Pubertät erinnern wird!
Noch mitten in der Begeisterung über das Buch habe ich erfahren, daß Wolfgang Herrndorf im letzten Jahr schwer erkrankt ist. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-76764162.html
Er hat über das Erleben seiner Krankheit Tagebuch geführt. http://www.wolfgang-herrndorf.de

Freitag, 4. Februar 2011

Wolfram Fleischhauer

 In erster Linie wird es hier wohl um Krimis gehen.
Zum Auftakt jedoch nicht...!


Wolfram Fleischhauer
habe ich 2010 für mich entdeckt.
Ich war begeistert!
Mehr als begeistert.
Ich traf ausschließlich entweder auf Leute, die ihn kennen und begeistert sind.
Oder ihn eben nicht kennen.
Indifferente Reaktionen gab es keine.
Das will etwas heißen, meine ich!

Der gestohlene Abend
war das erste Buch, das ich entdeckte.
Meiner Erinnerung nach wieder einmal im Rahmen eines Buchhandlungsbesuchs 
für den die Deutsche Bahn verantwortlich ist-Zugverspätung.
Zum Inhalt äußert sich der Autor selbst so:
Der gestohlene Abend
schule der lügen

Liebe und Verantwortung, Rivalität und Wahrheit.

Es ist die Leidenschaft zur Literatur, die Matthias an die berühmte Hillcrest-Universität nach Kalifornien treibt. Dort lernt er die attraktive, undurchschaubare Janine kennen – und es ist ausgerechnet ihr Freund David, der Matthias den ersehnten Zutritt zum innersten Kreis von Hillcrest verschafft. Welches Geheimnis aber steckt hinter den neuen Thesen, die dort gelehrt werden? Und warum zieht David gerade seinen Widersacher ins Vertrauen?

Pressestimmen erwähnen lobend "literarische Bezüge" und "philosophische Denkfiguren".
Ich persönlich neige ja dazu, Bücher mehrfach zu lesen.
In diesem Fall sollte ich beim nächsten Lesen gleich noch diverse Bücher daneben lesen und parallel studieren-das Buch lädt zur Weiterbildung ein.
Es sei denn, jemand kann sämtlichen besagten Bezügen und Denkfiguren ohne Nachschlagen folgen.
Das wäre brilliant. Ich kann es nicht und werde mich demzufolge weiterbilden...!

Schule der Lügen,
inzwischen auch unter dem Titel
Die Inderin
erschienen,
erwarb ich anlässlich einer weiteren Zugverspätung.
Ich gebe zu, ich war skeptisch ob ich dem Buch ebenso zugetan sein würde wie
dem Erstgenannten. 
Ich war's.
Das sagt der Autor in diesem Fall:

Die Inderin
Die Inderin
Berlin, im Februar 1926. Als Edgar von Rabov, ein dandyhafter adeliger Student und Industriellensohn, in der Berliner Eldorado Bar die Halbinderin Alina kennenlernt, ist es schnell um ihn geschehen. Schon bald jedoch sieht es so aus, als treibe die junge Frau, die ein bizarres Interesse am dekadenten Berliner Nachtleben zu haben scheint, ein undurchsichtiges Spiel mit ihm. Weshalb hält sich die junge Frau aus Madras in Berlin auf? Und welche Rolle spielt ihr eleganter, englischer Begleiter? Edgars einflußreiche und mächtige Familie ist alarmiert und läßt den unvorsichtigen Alleinerben beschatten. Plötzlich verschwindet Alina. Ein unbekannter, ausländischer Besucher wird tot aus dem Landwehrkanal gezogen und Edgars Versuche, die Vorfälle zu begreifen, führen nur zu immer neuen Geheimnissen und Ungereimtheiten in seiner engsten Umgebung. Vor dem Hintergrund des aufkeimenden Nationalsozialismus begibt sich Edgar auf die Suche nach seiner wahren Identität, eine Suche, die quer durch die weniger bekannten geistigen Strömungen der Weimarer Republik und schließlich, auf Alinas Spuren, bis nach Indien führen wird. Alina wird ihm des Rätsels ungeheuerliche Lösung enthüllen. Doch die eigentliche Antwort auf all seine Fragen wartet in Deutschland auf ihn ...


Mein Fazit:
UNBEDINGT LESEN!